Kompetenztage


Die Zeit zwischen den Halbjahren – die Noten des ersten Halbjahres sind besprochen, die Zeugnisse werden gedruckt – ist an der Limesschule eine besondere Zeit: Zukunftsorientiert stellen sich die Schüler*innen großen komplexen Fragen und bearbeiten Themen, die sie gerade jetzt beschäftigen wie berufliche Orientierung oder Sexualaufklärung. Drei Tage lang widmen sich alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern altersgerechten Themen. Jeder Jahrgang hat in diesen Tagen ein gemeinsames Motto, ein gemeinsames Thema, das individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Klassen abgestimmt erarbeitet wird. 
Empathie – Gefühle erkennen und mit ihnen umgehen lernen, so lautet das Thema der fünften Klassen. Welche Gefühle kennen die Mädchen und Jungen? Wie können sie diese ausdrücken? Erkennen sie Gefühle nur bei sich selbst oder können sie diese auch in ihren Mitmenschen erkennen? Diesen und anderen Fragen gehen die Schülerinnen und Schüler nach, sie erkennen die Bedeutung unserer Gefühle im alltäglichen Umgang miteinander. Und sie bekommen das Gefühl vermittelt, dass jeder einzelne von ihnen mit seinen Gefühlen nicht alleine ist, dass es diese Vielzahl von Gefühlen ist, die uns alle eint, egal ob Mädchen oder Junge. 
 
Schülerinnen der Stufe 5 beim gemeinsamen überlegen, wie man die Gefühle anderer empathisch erkennen kann.
Dass Gefühle verletzt werden können und welche Bedeutung die neuen „sozialen“ Medien dabei haben, ist das Thema der sechsten Klassen. Die Schülerinnen und Schüler sollen in den drei Tagen ihre Kompetenz im Umgang mit Medien, der Fokus liegt auf der Problematik des Cybermobbings. Was genau ist Cybermobbing? Wann beginnt Cybermobbing? Wie kann jeder einzelne sich dafür schützen? Wie „sozial“ sind die sozialen Medien? Den Schülerinnen und Schülern soll bewusst gemacht werden, dass die Macht des schnell getwitterten, schnell gewhatsappten Wortes nicht zu unterschätzen ist – Schreibe mit Bedacht, denn: was einmal im Netz steht, bleibt immer im Netz. 
 
Interessierte und engagierte Schüler der Stufe 6 beim Erstellen eines Plakates zum Thema „Cybermobbing“.
Die Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe beschäftigen sich in diesen drei Tagen mit der vielschichtigen Thematik der Sexualität. Sexuelle Aufklärung, Anatomieerklärungen an pädagogischen Modellen, ein Besuch bei Pro Familia, all dies wird den jungen Heranwachsenden behutsam vermittelt. Drei Tage lang ist Zeit zum Fragen, Zeit sich auch spielerisch dem Thema zu nähern und mehr Wissen vom eigenen und vom anderen Körper und Erleben zu bekommen. Dabei geht es nicht nur um Aufklärung per se, sondern um die Bewusstmachung der Fakten und auch Gefahren, die beispielsweise bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr bestehen können. 
Welchen Einfluss haben Berauschungssubstanzen auf unseren Körper, auf unsere Wahrnehmung? Kreativ und realitätsnah werden die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen an diese Problematik herangeführt. Gerade in diesem Alter, in dem die Schüler immer mehr ein eigenes soziales Leben unter sich, entfernt von Erwachsenen und hin zum eigenen Erwachsenwerden beginnen, ist es besonders wichtig, lebens- und alltagsnah über Stoffe, Substanzen und Drogen zu sprechen und Gefahren und Abhängigkeiten zu thematisieren. 
Für die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen steht in den drei Kompetenztagen Berufsberatung, Bewerbungstraining, Auslandsaufenthalte, kurz: die Frage „Wie geht es nach der Schule weiter?“ im Mittelpunkt. Externe Referenten, ehemalige Schülerinnen und Schüler und andere Personen geben ihre Erfahrungen rund um das Thema Berufswelt und Auslandsaufenthalte weiter. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler, besonders, weil es „mal nicht die normalen Lehrer“ erzählen, sondern Personen, die diese Erfahrungen selbst gesammelt haben und die vielleicht nicht so viel älter sind, als die Schüler selbst. 
 
Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 in der Berufs- und Auslandsmesse.
Auch die älteren Schülerinnen und Schüler verbrachten die drei Tage jahrgangsübergreifend: in den zehnten Klassen und der Einführungsphase widmete man sich auch in diesem Jahr wieder den sogenannten UNESCO-Projekten. Darunter waren beispielsweise ein Projekt über bedrohte Tierarten, eines mit der Leitfrage „Sind Elektroautos tatsächlich so umweltfreundlich, wie suggeriert wird?“ oder ein Doppelprojekt über Nachhaltigkeit und Recycling, dessen Ergebnisse am Ende mit einem anschaulichen Video gesichert wurden. Eine Gruppe reiste sogar ins niedersächsische Goslar und beschäftigte sich mit dem Thema „Metalle“ und den Stellenwert in unserem Alltag und unserem Leben. 
 
Die Projektfrage: Sind E-Autos und ihre Energieträger tatsächlich so umweltfreundlich wie uns dargestellt wird?
Die Qualifikationsphase 1 blieb unter sich und teilte sich in fünf Projekte auf, unter anderem reiste eine Gruppe nach Berlin und beschäftigte sich mit politischen Themengebieten, eine andere Gruppe besuchte London und machte eine kleine Sprachreise. Die Schüler durften sich im Vorfeld in ein gewünschtes Projekt einwählen und richteten sich so nach ihren Interessen und Bedürfnissen. 
Die ältesten Schülerinnen und Schüler aus der Qualifikationsphase 3 wiederholten in ihren Leistungskursen alle wichtigen Inhalte kurz vor dem schriftlichen Abitur und bereiteten sich so auf die kommenden Prüfungen vor. 
Insgesamt besteht während dieser Tage ein hochkonzentrierte und durchweg positive Arbeitsatmosphäre unter SchülerInnen und LehrerInnen und es macht immer wieder großen Spaß, den begeisterten Lernern und Projektteilnehmern bei ihrer Arbeit und dem gemeinsamen Werken und Schaffen zuzuschauen.  

S. Siegberg & M. Müller, Februar 2019

 

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